Prävention und Therapie

Beschreibung und Syntome des metabolischen Syndroms

Das metabolische Syndrom, auch als tödliches Quartett bezeichnet, wird heute neben dem Rauchen als der entscheidende Risikofaktor für Erkrankungen der arteriellen Gefäße, insbesondere der koronaren Herzkrankheit angesehen. Es ist durch folgende vier (fünf) Faktoren zu erkennen:

Starkes Übergewicht

Meist mit bauchbetonter Fetteinlagerung (Adipositas). Man kann seinen Taillenumfang ausmessen, alle Werte > 94 cm bei Männern und > 80 cm bei Frauen, deutet auf ein Übergewicht hin.

Bluthochdruck

mindestens 130/85 mmHg

Gestörter Cholesterinhaushalt

Zu hohes "schlechtes" LDL-Cholesterin und zu niedriges "gutes" HDL-Cholesterin


Erhöhter Blutzuckerspiegel

Anzeichen dafür erhöhter Nüchternzucker im Blut oder ein manifester Diabetes mellitus Typ 2 (Zuckerkrankheit, gestörter Zuckerstoffwechsel in Form einer Insulinunempfindlichkeit bzw. -Resistenz).

Gestörter Fettstoffwechsel

Gemessen durch erhöhte Blutfettwerte. Auch Patienten, welche bereits aufgrund erhöhter Blutfette in Behandlung sind, gelten als gefährdet. Durch die Störungen im Fettstoffwechsel, kann der Körper überschüssiges Fett nicht mehr richtig abbauen. Es kann zu Übergewicht und in der Folge zum metabolischen Syndrom kommen.


Diese vier Risikofaktoren werden durch den westlichen Lebensstil begünstigt. In Deutschland erkrankt nach Expertenschätzungen jeder vierte Mensch im Laufe seines Lebens an einem metabolischen Syndrom. Das Risiko an den Folgen eines Herzinfarktes oder Schlaganfalls zu sterben, geht man heute davon aus, dass es sich verdoppelt. Zudem ist es ungefähr fünfmal wahrscheinlicher, dass ein Patient mit metabolischem Syndrom eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus Typ 2) entwickelt, wenn er nicht aktiv gegen diese Risikofaktoren vorgeht. In der westlichen Welt stellt das metabolische Syndrom ein erhebliches Problem dar, da es große Gesundheitsrisiken vereint und hohe Kosten in den Gesundheitssystemen verursacht.
Alle diese Krankheitszeichen sind Auswirkungen eines modernen Lebensstils. Sprich: mangelnde Bewegung und eine falsche Ernährung (zu viele hochkalorische Nahrungsmittel).

Ursachen und Risikofaktoren

 Bisher ist es noch nicht zweifelsfrei belegt, was die Ursache und was die Wirkung ist. Doch gehen die Forsche heute davon aus, dass Übergewicht mit zu viel Bauchfett das Risiko, am metabolischen Syndrom zu erkranken, erhöht und gilt als stärkster Förderer.

 

Es hängen aber alle Teilaspekte zusammen. Genetische Veranlagungen zur Insulinresistenz, die dann noch durch einen ungesunden Lebensstil gefördert und manifest werden, spielen auch eine große Rolle. Der Insulinspiegel ist ständig hoch und man bekommt ein vermehrtes Hungergefühl, was wiederum zu einer hohen Kalorienaufnahme führt. Das wiederum verändert den Blutfett- und Cholesterinstoffwechsel. Es lagert sich vermehrt Fett und Cholesterin in Blutgefäßen ab.

 

Beim metabolischen Syndrom ist auch die Ausscheidung von Salzen - vor allem Kochsalz (Natriumchlorid) - über die Niere gestört. Zu hohe Mengen an Natrium im Körper fördern einen Bluthochdruck. Die Organe werden geschädigt und es fördert kleine Verletzungen der Gefäßinnenwand. Man geht davon aus, dass dies die Einlagerung von Fett und Cholesterin zusätzlich begünstigt. Über Jahre hinweg wird das Herz Kreislaufsystem immer mehr geschädigt.

 

Erbliche Faktoren

 Jeder von uns trägt Erbanlagen mit Informationen für alle Stoffwechselprozesse in sich. Bei jeden Mensch variieren diese Information geringfügig, ob sie ein erhöhtes Risiko haben an Störungen des Stoffwechsels zu erkranken. Es wird auch angenommen, dass für das metabolische Syndrom genetische Faktoren eine Rolle spielt. Dennoch bleibt auch hier der wichtigste beeinflussbare Faktor - der Lebensstil.

 

Zu den fünf Risikofaktoren gibt es viele weitere Faktoren, die zusätzlich die Gefahr einer Herz-Kreislauf Erkrankung erhöhen können, wie zum Beispiel Rauchen.

Diagnose

 Ein metabolisches Syndrom fällt im Idealfall möglichst früh bei einer Vorsorgeuntersuchung auf, und nicht erst nach einem Herzinfarkt, Schlaganfall, oder einer anderen Folge von Gefäßverkalkungen (Arteriosklerose). 

 

 Der Arzt erfragt ob aktuelle Beschwerden vorliegen oder in der Familie eines der genannten Risiken aufgetreten sind (Familienanamnese). Es folgt die körperliche Untersuchung, in dem auch der Bauchumfang gemessen wird. Es wird eine Blutprobe genommen, um den Blutzucker, die Blutfettwerte, Leberwerte und der Harnsäurespiegel im Blut. Über die Urinprobe misst man eine erhöhte Eiweißausscheidung, dies kann ein zusätzlicher Hinweise auf ein metabolisches Syndrom sein. Diese Blutuntersuchung erfolgt im Nüchternzustand. Eine gründliche Untersuchung endet meist mit einem EKG und Ultraschalluntersuchung um Schäden am Herz und anderen Organen auszuschließen.

Prävention und Behandlung

 Sind erste Anzeichen da oder liegt ein metabolisches Syndrom vor, ist das wichtigste Behandlungsziel, das Risiko für Folgeschäden zu minimieren. Dies erfolgt unter anderem über ein individueller Ernährungsplan. Eine nicht-medikamentöse Behandlung besteht vor allem darin, eine Änderung der Lebensweise – mehr Bewegung, ausgewogenen, fett- und salzarme Ernährung, bekannt als Lifestyle-Change. Durch diesen Wechsel der Lebens- und Ernährungsgewohnheiten, werden alle Aspekte des metabolischen Syndroms erfasst und erzielt so ein besseres Behandlungsergebnis.

 

Studien aus Finnalnd und Amerika haben gezeigt, dass selbst kleine Teilerfolge das Risiko schwerer Folgeerkrankungen zu verringern, beziehungsweise deren Auftreten verzögert.

 

Das wichtigste Ziel ist eine moderate Gewichtsabnahme um ca. 10% innerhalb eines Jahres. Es wird dabei kohlenhydrat-, fett- und salzarm gegessen. Zusätzliches Ausdauertraining sorgt für eine gute Fettverbrennung und macht gleichzeitig die Muskelzellen empfindlicher für Insulin.

 

Selbst kleine Veränderungen der Lebensgewohnheiten lässt sich schon etwas erreichen. Ab morgen wird das Fahrrad auf den Weg zur Arbeit genommen, oder für kleine Einkäufe gehen Sie mal zu Fuß statt mit dem Auto zu fahren. Schon der kleinste Schritt, bringt Veränderungen ins Leben.

 

Sollte bereits der Stoffwechsel entgleist sein oder einem sehr hohen Herz-Kreislauf-Risiko vorhanden, ist eine gleichzeitige Medikamententherapie erforderlich.

 

Solltest Du die ersten Anzeichen für ein metabolisches Syndrom haben, spreche dies bei Deinem Arzt an. Danach stehe ich Dir mit einer Beratung und Training zu einem Lebens- und Ernährungswandel zur Seite. Natürlich auch wenn Du ein metabolisches Syndrom vorbeugen willst.

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